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Accreditation/Re-accreditation

Die Zwanzig Punkte zur Akkreditierung/Re-Akkreditierung (für medizinische Leitstellen*)

Die Anforderungen der „Zwanzig Punkte zur Akkreditierung“ stehen als Taschenführer für Rettungsdienste bereit, die nach einer offiziellen Anerkennung als akkreditiertes „Center of Excellence“ (ACE) streben. Zu diesem Zweck reicht eine Leitstelle ein entsprechendes „ACE-Antragsformular“ mit einem die „Zwanzig Punkte zur Akkreditierung“ beschreibenden, selbst zu erstellenden Dokument ein.

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1. Leitstellenübersicht und Beschreibung

a) Dokumentation der vollständigen Anzahl der aktiven Notrufabfrageplätze und Dispositonsplätze im Vergleich zu Überwachungs- oder Reserveplätzen (einzutragen unter Punkt 9 auf dem Antragsformular).
b) Gebäude- bzw. Raumplan mit Aufstellung der Arbeitsplätze.
c) Aufstellung anderer gültiger Akkreditierungen und der Akkreditierungsinstitutionen.

2. Medical Priority Dispatch System® (MPDS®) Version und Lizenznachweis

a) Bereitstellung folgender zutreffender Informationen:

  • i. MPDS® Versionsnummer
  • ii. ProQA® Versionsnummer
  • iii. AQUA®-Versionsnummer
  • iv. ED-Q™Version der Leistungsstandards (früher: Bewertungsstandards)

b) Einbeziehung der Dokumentation (oder Richtlinie) zur Implementierung der jeweils aktuellsten Version der Protokolle (ProQA und/oder Kartensets) und der Leistungsstandards (früher: Bewertungsstandards) innerhalb eines Jahres nach Veröffentlichung.

3. Gültige-EMD Zertifizierung aller Mitarbeiter, die berechtigt sind, Notrufe zu bearbeiten

a) Auflistung aller EMDs mit Angabe des Namens, Datum der Anstellung, Datum der letzten Zertifizierung, Datum der nächsten Rezertifizierung und der EMD-Zertifizierungsnummer der Akademie.

4. Alle EMD-Zertifizierungskurse werden von zertifizierten Ausbildern der Akademie und alle Fallbewertungen von zertifizierten ED-Qs der Akademie geleitet

a) Falls Sie über einen betriebseigenen oder vertraglich vereinbarten Ausbilder verfügen, geben Sie den Namen des Ausbilders, Datum der nächsten Rezertifizierung und Zertifizierungsnummer an.
b) Auflistung aller ED-Qs mit Angabe des Namens, Datum der nächsten Rezertifizierung und ED-Q Zertifizierungsnummer der Akademie.

5. Vollständige Beschreibung der Aktivitäten und Prozesse des QM-Teams

a) Einbeziehung von Abschriften der Tagesordnungen und Protokolle aller Besprechungen des QM-Ausschusses und des Lenkungsausschusses. In den sechs Monaten vor der Antragstellung sind mindestens drei Besprechungen erforderlich.
b) Namensliste und Titel aller Komiteemitglieder:

  • i. QM-Team
  • ii. QM-Ausschuss
  • iii. Lenkungsausschuss

c) Aufstellung der Ziele und Aufgaben jedes Komitees.

6. IAED-Methodik der Qualitätssicherung und -verbesserung

a) Beilage einer vollständigen Beschreibung der verwendeten Methoden zur Leistungsbeurteilung der EMDs unter Verwendung aller Elemente von MPDS, wie dies im ED-Q Kurshandbuch (Beständige Bewertungsmethoden) beschrieben wird. Dieses Dokument sollte folgendes angeben:

  • i. Wie erfolgt die randomisierte Auswahl der Fälle?
  • ii. Die Mindestanzahl der bewerteten Fälle pro Monat.
  • iii. Anwendung von Methoden zur Bewertung von Spezialfällen. Dies umfasst auch jene Fälle, die aus Sicht der Akademie zusätzliche Bewertungen rechtfertigen (wie z.B. Herzstillstand, Ersticken und Geburt).

b) Beilage einer detaillierten Beschreibung der Bewertung, Aufzeichnung und Überwachung der EMD-Leistung.
c) Beilage einer Beschreibung, wie und ab welchem Datum mit der Fallbewertung begonnen wurde, und wie die Ergebnisse jedem einzelnen Mitarbeiter mitgeteilt wurden.
d) Beilage einer Beschreibung, wann die Ergebnisse der Protokolleinhaltung der Dienstschichten und der gesamten Leitstelle veröffentlicht wurden.

7. Beständige Fallbewertungen, welche die Mindesterwartung der Akademie erfüllt oder übertrifft

a) Abhängig von der Größe der Leiststelle, wird einer der folgenden Punkte zutreffen:

  • i. Überprüfung von 1% der Fälle für Leitstellen mit einem Anrufvolumen von über 500.000 Fällen.
  • ii. Überprüfung von 1%-3% der Fälle für Leitstellen mit einem Anrufvolumen von 43.333 bis 500.000 Fällen. Zur genauen Ermittlung, verwenden Sie bitte den Rechner auf der Webseite der Akademie. Fügen Sie dem Antrag einen Screenshot dieser Berechnung bei.
  • iii. Überprüfung von 25 Fällen pro Woche für Leitstellen mit einem Anrufvolumen zwischen 1.300 und 43.332 Fällen.
  • iv. Leitstellen, deren Anrufvolumen weniger als 1.300 beträgt, müssen alle Fälle (100%) überprüfen.

b) Auflistung der Gesamtanzahl der Notrufe in den sechs Monaten vor dem Akkreditierungsantrag.
c) Auflistung der Gesamtanzahl der bewerteten Fälle in der selben Zeit.

8. Geschichtliche Basisdaten zu Anfang der Implementierung eines strukturierten Qualitätssicherungsprozesses der Akademie (Wenn vorhanden: Erster Übersichtsbericht zum Qualitätsmanagement)

a) Ein Übersichtsbericht zum Qualitätsmanagement (oder gleichwertiges), der folgendes beinhaltet:

  • i. Einhaltung (auch: Befolgung) des Einstiegsfragenprotokolls
  • ii. Einhaltung der Schlüsselfragen
  • iii. Einhaltung von Dispatch Life Support
    1. Einhaltung der Ersten Hinweise (EHW)
    2. Einhaltung der Anleitungen zu Sofortmaßnahmen (AZS)
  • iv. Richtige Hauptbeschwerdeauswahl
  • v. Vergabe des richtigen Einsatzcodes
  • vi. Gesamtbewertung

b) Bericht über die Abweichung der Dringlichkeitsstufen (oder gleichwertiges) für die Leitstelle
c) Falls diese Daten nicht verfügbar sind, machen Sie uns bitte im Begleitschreiben darauf aufmerksam.

9. Durchschnittliche Protokolleinhaltung der Leitstelle pro Monat in den sechs Monaten vor dem Akkreditierungsantrag (Hierbei muss die Protokolleinhaltung die erforderlichen Akkreditierungswerte erreichen oder übertreffen und dies für mindestens drei Monate vor der Antragsstellung)

a) Einbeziehung eines Übersichtsberichts zum Qualitätsmanagement, aus welchem das Erreichen der folgenden Mindeststandards der Leitstelle, zumindest für die drei Monate vor dem Antrag, hervorgeht:

  • 95% Einstiegsfragen
  • 90% Schlüsselfragen
  • 90% EHW
  • 95% AZS
  • 95% Hauptbeschwerdeauswahl
  • 90% Einsatzcode
  • 90% Gesamtbewertung

b) Einbeziehung eines Berichts über die Abweichung der Dringlichkeitsstufen der Leitstelle, aus welchem hervorgeht, dass in den letzten drei Monaten vor der Antragstellung die Über- und Unterreaktion (Verschwendung und Risiko) bei 5% oder weniger liegt.

10. Genaue Überprüfung der korrekten Fallbewertungs- und Qualitätssicherungsmethoden; Bestätigung durch eine unabhängige Bewertung der Akademie

a) Einbeziehung von 25 Audiodateien und vervollständigte Fallbewertungen zur Beurteilung durch die Akademie.

  • i. Davon müssen 22 randomisiert ausgewählte Anrufe (d.h. nicht für spezielles Feedback oder Bewertung vorgemerkte Fälle) aus dem Monat unmittelbar vor der Antragsstellung stammen.
  • ii. Beschreibung des Prozesses zur randomisierten Auswahl dieser Anrufe.
  • iii. Einbeziehung von drei zusätzlichen Fällen, die Anleitungen zu Sofortmaßnahmen (AZS) beinhalten, und zwar einen Fall für jeden der drei Monate vor der Antragstellung.

11. Implementierung und/oder Aufrechterhaltung der MPDS-Einweisung und Feedbackmethoden zur Fallbesprechung mit dem Rettungsdienstpersonal

a) Beschreibung des Prozesses, mit dem das MPDS dem Rettungsdienstpersonal vorgestellt wurde.

  • i. Einbeziehung von Kopien der Handouts, Präsentationen und anderen verwendeten Materialien.
  • ii. Anzahl der verteilten „Taschenführer für den Rettungsdienst“ und wann (genaues Datum) diese ausgehändigt wurden.

b) Beschreibung der Feedbackmethoden zur EMD-Fallbesprechung.
c) Einbeziehung eines Blankoformulars, welches die Leitstelle zum Feedback verwendet.

  • i. Einbeziehung der Dokumentationen über das Ausgabedatum dieses Feedback-Formulars an die Rettungswachen.

12. Genaue Überprüfung der lokalen Richtlinien und Verfahren zur Implementierung und Wartung des MPDS. Einbeziehung aller Richtlinien in Bezug auf EMD-Verfahrensweisen, die folgendes beinhalten müssen:

a) Implementierung und Anwendung des MPDS
b) Genehmigung aller MPDS-Protokolle durch den medizinischen Leiter, einschließlich der erforderlichen örtlichen Genehmigungen, wie z.B.:

  • i. OFFENSICHTLICHER / ERWARTETER TOD
  • ii. OMEGA (Fruchtwasserabgang)
  • iii. RISIKOSCHWANGERSCHAFT
  • iv. Protokoll 33 – Dringlichkeitsstufen (falls zutreffend)

c) Protokolleinhaltung

  • i. Qualitätsmanagement
  • ii. CDE-Anforderungen
  • iii. Leistungsmanagement und Maßnahmen zur Leistungsverbesserung
  • iv. Kundenservice-Kompetenz (wie Ihre Leitstelle die Ergebnisse des Kundenservice behandelt)
  • v. Prozesse zur Sprachenübersetzung
  • vi. Einbeziehung einer Richtlinie, die besagt, dass alle Notrufe nur von zertifizierten EMDs bearbeitet werden dürfen und im Falle einer abgelaufenen, aufgehobenen oder entzogenen Zertifizierung diese Aufgabe nicht mehr wahrgenommen werden darf.

13. Abschriften aller Dokumente in Bezug auf Ihr CDE-Programm

a) Vorlage der CDE-Terminplanung und Themen der letzten sechs Monate.
b) Vorlage der Aufzeichnungen über die EMD-Teilnahme.
c) Vorlage der CDE-Terminplanung für die nächsten sechs Monate.
  Haken Sie dieses Kästchen ab, wenn Sie die EMD Advancement Series™ verwenden.

14. Verwendung der Notfall-Info-Karte

a) Dokumentation der Verteilung der Notfall-Info-Karte an alle Polizei- und Feuerwehrdienststellen, sowie an alle anderen Organisationen, von denen Sie regelmäßig Notfallmeldungen erhalten.

  • i. Liste dieser Organisationen (falls zutreffend).

b) Nachweis der Ausbildung des Personals anderer Organisationen, Anwesenheitslisten, und dafür verwendete Unterrichtsmaterialien.

  Haken Sie dieses Kästchen ab, wenn Sie hierfür die CD „Anweisungen für spezielle Verfahrensweisen (SEND™)“ für die Notfall-Info-Karte verwenden.

15. Lokale Ausrückordnungen für jeden Einsatzcode des MPDS

a) Beschreibung des Prozesses für die Entwicklung der Ausrückordnungen.
b) Vollständige Liste aller MPDS-Einsatzcodes und jeder dazugehörigen, örtlich festgelegten Ausrückordnung.
c) Besprechungsbericht des Lenkungsausschusses (LAL) und dessen Bestätigung, dass alle Ausrückordnungen genehmigt sind.

16. Überprüfung und Änderungen der örtlich festgelegten Ausrückordnungen für jeden Einsatzcode des MPDS

a) Beschreibung, wie die Ausrückordnungen regelmäßig überprüft und wie empfohlene Änderungen genehmigt werden.

17. Die Häufigkeit (Anzahl) aller MPDS-Einsatzcodes und Dringlichkeitsstufen für die sechs Monate vor der Antragstellung.

a) Jede Hauptbeschwerde (1–37).
b) Jeder Einsatzcode (ca. 380).
c) Jede Dringlichkeitsstufe (c, A, B, C, D und E).

18. Bestimmung und Beteiligung des medizinischen Leiters und seine Aufsichtsfunktion in der Leitstelle

a) Geben Sie Name, Adresse und Approbationsbestätigung des medizinischen Leiters an.
b) Kopie der Ernennung zum medizinischen Leiter.
c) Beschreiben Sie die Aufgaben und Verantwortlichkeiten des medizinischen Leiters innerhalb der Leitstelle.

19. Einverständniserklärung zur Weitergabe nicht vertraulicher Daten an die Akademie und an Dritte zur Verbesserung des MPDS und EMD im Allgemeinen

a) Schriftliche und vom Leitstellenleiter unterschriebene Bestätigung, die die oben genannte Einverständniserklärung beinhaltet.
b) Schriftliche und vom Leitstellenleiter unterschriebene Bestätigung, dass halbjährliche Übersichtsberichte zum Qualitätsmanagement an die Akademie übermittelt werden (elektronische Einreichung über die Webseite der Akademie).

20. Vereinbarung, den Ethikcode der Akademie („Code of Ethics“) und die geltenden Standards für ein akkreditiertes „Center of Excellence“ (ACE) zu befolgen

a) Schriftliche und vom Leitstellenleiter unterschriebene Bestätigung, die die oben genannte Vereinbarung beinhaltet.
b) Nachweis, dass der Ethikcode der Akademie („Code of Ethics“) gut sichtbar in der Leitstelle aushängt, inklusive dem Standort und Datum des Aushangs.